Diese Frage beschäftigt Hildegard Müller, Präsidentin des Verband der Automobilindustrie (VDA) e.V.. Die gute Nachricht kommt aus dem bayerischen Burtenbach: Kögel hat sich in diesem Fall klar zum Standort Deutschland bekannt - trotz aller Hürden, die der Bürokratismus auf nationaler und europäischer Ebene aufstellt. Dabei geht es weniger um Nationalstolz, sondern um die Überzeugung, dass sich echte Innovationskraft dort entfalten kann, wo die Menschen seit über 90 Jahren den Trailerbau vorangetrieben und perfektioniert haben. Hildegard Müller zeigte sich beeindruckt von der neuen Anlage, mit der die Paneele für das neuen Kühlfahrzeug von Kögel, dem COOL LITESHELL hergestellt werden.
Nachfolgend fasste Frau Müller ihren Besuch bei Kögel so zusammen:
"Gestern hatte ich die Gelegenheit, den Hauptsitz und die Hauptproduktionsstätte unseres Mitglieds Kögel Trailer GmbH im bayerischen Burtenbach zu besuchen.
Nach einem Werksbesuch konnte ich unter anderem mit Monika Humbaur, Christian Renners und Thore Bakker über eine Reihe von aktuellen Themen und deren Bedeutung für die Herstellergruppe II sprechen. Auf der Agenda standen beispielsweise die Herausforderungen für den Mittelstand in der Transformation, die Cybersicherheitsstrategie der EU, die Förderrichtlinien im Nutzfahrzeugsektor und die VECTO-Regulierung sowie die damit verbundene Klage führender Trailerhersteller – und natürlich kamen gestern auch der anhaltende Zollkonflikt mit den USA und die Frage der Wettbewerbsfähigkeit des Standortes zur Sprache.
Mit hoher Kreativität und Investitionsbereitschaft werden bei Kögel mit viel Leidenschaft hoch innovative Produkte für die Logistik der Zukunft erdacht und erbaut. Das Unternehmen ist dabei aber darauf angewiesen, dass der Standort Deutschland dringend wieder international wettbewerbsfähig wird. Insbesondere der Mittelstand leidet durch die hohen Kosten bei Energie, Arbeit, Steuern und Abgaben sowie durch Bürokratie – und wird dadurch in seinen Entwicklungsmöglichkeiten behindert. Das ist ein klarer Handlungsauftrag für die Politik in Berlin und Brüssel.
Ein weiteres sehr konkretes Thema, über das wir gesprochen haben, war die Einbeziehung von Trailern in die CO₂-Flottengrenzwerte. Seit Anfang 2024 müssen in der EU die CO₂-Werte für Anhänger mittels der sogenannten numerischen Simulationen mit VECTO TRAILER ermittelt werden. Die aktuelle Gesetzgebung fokussiert sich allerdings auf die Energieeffizienz des einzelnen Fahrzeugs und nicht auf die Transporteffizienz. Auf diese Weise werden möglicherweise falsche Marktanreize geschaffen.
Deshalb sollte bei Anhängern neben der Betrachtung der Energieeffizienz auch eine Bewertung der Transporteffizienz angestrebt werden, die die Auslegung des Anhängers in Abhängigkeit von seinem Einsatzzweck und der Transportaufgabe stärker in den Vordergrund stellt. Diese Bewertung würde beispielsweise über die in VECTO berechneten Standardlastfälle hinausgehen und die Nutzung des Anhängers gezielter berücksichtigen.
Herzlichen Dank für die Einladung nach Burtenbach, die spannenden praxisnahen Einblicke, den konstruktiven Austausch und die herzliche Gastfreundschaft. Maximilian Franz, Isabell Unseld, Stefan Mittelbach und Roman Pröbstle."